BDK-Verleihung in Waldsee

Zum ersten Male fand die Verleihung des Verdienstordens des BDK bei uns in Waldsee statt. Am Freitag, dem 20. November 2009 trafen sich hierfür viele Karnevalvereine aus Nah und Fern in der Waldseer Kulturhalle. Eingebettet in ein buntes Rahmenprogramm fanden viele Ehrungen von verdienten Fasnachtern statt. Wie es sich für Veranstaltungen der UNO gehört, war auch für das leibliche Wohl der Gäste bestens gesorgt.

Folgende Waldseer Fasnachter der UNO wurden ausgezeichnet

  • BDK-Orden in Gold (25 Jahre Vorstandschaft)

– Ralf Krug

  • BDK-Orden in Gold mit Brillanten (40 Jahre Vorstandschaft)

-Kurt Effler

-Günter Hoffelder

-Alois Nieser

-Fritz Zinser

-Karl Volland

-Karl-Heinz Krug

-Rudi Zickgraf

-Fritz Effler

-Fritz Kochner

Vorbericht aus der RHEINPFALZ vom 18.11.2008 von Sandra Litzenberger

„Quantensprung in der Vereinsgeschichte“

Waldsee: Karnevalverein Uno richtet Verleihung der Verdienstorden des „Bundes deutscher Karneval“ in der Kulturhalle aus

Nur wenige Tage nach der feierlichen Krönung von Prinzessin Melanie II. steht den Narren vom Waldseer Karnevalverein Uno ein weiterer Höhepunkt der Saison ins Haus. Zum ersten Mal in seiner 60-jährigen Geschichte richtet der Verein die Verleihung der Verdienstorden des „Bundes deutscher Karneval“ (BDK) für die Region Vorderpfalz aus.

Wenn am Freitag in der Kulturhalle mehr als drei Dutzend neue Ordensträger aus der Region zusammenkommen, sind darunter auch neun Uno-Mitglieder, denen eine Ausnahmeehrung zukommen wird: Sie erhalten den Ehrenorden in Gold mit Brillanten für mindestens 40 aktive Jahre „an vorderster Front“, wie Uno-Präsident Bernhard Knittel stolz erklärt.

Knapp 650 Lebensjahre, davon weit mehr als zwei Drittel „für die Uno“ – so könnte man die Bilanz karnevalistischer Aktivitäten der zukünftigen „Brillanten“ zusammenfassen. Knittel erklärt den Ehrungsabend zum „Quantensprung in der Vereinsgeschichte“ und fügt hinzu: „Die Uno wäre ohne diese Männer heute nicht das, was sie ist!“

Allen voran ist dabei Uno-Ehrenpräsident Fritz Zinser zu nennen, für den die anderen die Umschreibung finden: „Es gibt nix, was der net gemacht hot!“ Sitzungspräsident, Tänzer im Männerballett, Manager und „Macher“ beim Narrhallabau – und bis heute schweißt, schraubt und leimt er im Umzugs- und Bühnenbauausschuss. Er vertritt mit großem persönlichen Einsatz die Uno im närrischen Umland, bis hin nach Mainz.

Ähnliche Attribute gelten auch für Fritz Effler, den zweiten Ex-Präsidenten der Runde. Lange Jahre zeichnete er als Vorsitzender des Vergnügungsausschusses für das Programm der Prunksitzungen verantwortlich, und bis heute engagiert er sich für die Förderung des Bütten-Nachwuchses. Als unvergessen gelten seine eigenen Beiträge in der Bütt, allen voran der „Bürobote Schlewwerschnuut“.

Die Runde der Ex-Präsidenten komplettiert Alois Nieser, der 13 Jahre lang „Vize“ der Uno war. Stationen seiner närrischen Karriere waren Wirtschafts- und Bauausschuss sowie das Männerballett, heute liegt ihm besonders die Prinzessinnenbetreuung am Herzen. Für diesen Job ist er prädestiniert, denn wie viele seiner „Kollegen“ hat er über die Jahre die ganze Familie mit dem Karnevalsbazillus infiziert – und zwar so stark, dass er gleich beide Töchter als Uno-Prinzessinnen erleben durfte.

Dafür, dass alle Geehrten in den langen Jahren ihrer fastnachtlichen Laufbahn stets „vielseitig verwendbar“ waren, steht insbesondere auch Karl-Heinz Krug. Als ehemaliger Männerballett-Tänzer auf der Bühne, als „Henkelmann“ dahinter und seit Jahren im Umzugs- und Bühnenbauausschuss mit ihrer Gestaltung beschäftigt, trägt er noch immer gerne den roten Elferratskittel.

Beim Umzug mit vorne dabei waren immer auch Fritz Kochner und Kurt Effler. Kochner, der als Landwirt lange Jahre vielerlei Fahrzeuge für den Umzug bereitstellte, war bei diesem als Fahrer des Narrenschiffs nahezu unverzichtbar. Als Stütze des Wirtschaftsausschusses wirkt er bis heute hinter den Kulissen der Uno-Veranstaltungen: Für das Aufräumen muss, so Kochner, „schließlich auch immer jemand zur Verfügung stehen“.

Kurt Effler war „eigentlich schon immer“ entweder im Wirtschafts- oder im Umzugs- und Bühnenbauausschuss tätig, Mitglied des letzteren ist er bis heute. Auch er war Elferrat und unterstützte die Uno als „Bauhelfer“ bei Narrhallaneu- und -anbau. Was ihm seit jeher am Herzen liegt, sind die vielfältigen Aktivitäten rund um den Umzug, ob als „Umzugsordner“ oder auch als Sammler.

Karl Volland engagierte sich ebenfalls beim Umzugs- und Bühnenbauausschuss. Seine frühere, äußerst vielfältige Bühnenpräsenz in verschiedenen Gruppen ist allen noch in guter Erinnerung: Ob als Zeremonienmeister, Balletttänzer, Feierabendsänger, Elferrat und Mitglied der „Roggestubb“ – Volland war und ist stets vorne dabei.

Rund um den Umzugs- und Bühnenbauausschuss ehren Verein und BDK außerdem noch zwei Mitstreiter, die seit Jahrzehnten schon „eher hinter den Kulissen“ wirken: Günther Hoffelder, ohne dessen Arbeit, so Präsident Knittel rückblickend, die Umzüge und damit auch der Erfolg der Uno „niemals möglich gewesen wäre“. Der gelernte Maler aus Schifferstadt, der „bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad nach Waldsee gondelte“, erfand und plante über viele Jahre die umfangreichen Bühnenaufbauten, die die Akteure erst so richtig in Szene setzten.

Sein „handwerklicher“ Mitstreiter Rudi Zickgraf, ebenfalls gelernter Maler, war schon Elferrat und „Geschäftsführer“, aber auch Balletttänzer und Wirtschaftsminister, und er erinnert sich: „Früher haben wir das alles immer irgendwie gleichzeitig gemacht, aus der Küche auf die Bühne, dann aufgeräumt und am nächsten Morgen direkt zum Umzugsbau…“ – für ihn waren dies teilweise sehr kurze Wege, denn durch die Bereitstellung seiner Scheune als Uno-Werkstatt gab er dem Verein über lange Jahre, so der Präsident stolz, „eine echte Heimat“.

Mindestens elf Jahre Engagement im Vorstand eines Karnevalvereins muss man vorweisen, um den BDK-Orden in Silber zu bekommen. So erhält Ralf Krug am Freitagabend in der Kulturhalle den BDK-Orden in Gold für 25 Jahre verantwortungsvolle Arbeit, unter anderem als Webmaster und technischer Verantwortlicher.

Nachbericht aus der RHEINPFALZ vom 23.11.2008 von Sandra Litzenberger

300 Gäste in der Rheingemeinde

Waldsee: Fasnachter der Vorderpfalz mit BdK-Orden geehrt – „Uno“ ist Gastgeber

Mehr als 300 Gäste aus Waldsee und der ganzen närrischen Vorderpfalz haben am Freitagabend in der Kulturhalle einen Ehrungsabend der besonderen Art erlebt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Karnevalvereins „Uno“ waren die Waldseer Narren Ausrichter der Verleihung der Verdienstorden des Bundes deutscher Karneval (BdK).

Mehr noch: Zum ersten Mal erhielten „Uno“-Vereinsmitglieder den BdK-Orden in Gold mit Brillant (die RHEINPFALZ berichtete über die Ausgezeichneten aus Waldsee bereits). Bereits für die „niedrigste“ Stufe, den Silbernen Orden, muss man sowohl 25 Jahre Mitgliedschaft in einem dem BdK angeschlossenen Verein als auch eine mindestens elfjährige Tätigkeit „an vorderster Front“, beispielsweise als Vorstandsmitglied, vorweisen. Insgesamt 48 neue Ordensträger aus 20 Vereinen wurden mit den Orden in Silber, Gold und Gold mit Brillant ausgezeichnet – einen Brillantorden erhielten auch Hans Müller, Bezirksvorsitzender der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine für die Vorderpfalz und echtes „Fastnachts-Urgestein“, sowie Hannelore Histing, „Mutter der Kompanie“ und Ehrensenatorin beim Fastnachtskomitee „Lambrechter Gäsböck“. Als Laudator hob Müller, der alle zu ehrenden Gäste persönlich vorstellte, die fasnachtlichen Verdienste jedes einzelnen hervor. Sehr vielseitig war die Palette der Tätigkeiten, für die die Narren aus Nah und Fern, darunter auch Günter Höwel aus Speyer, geehrt wurden. Dem in der Karnevalshochburg Köln geborenen Präsidenten des CV Rheinfunken wurde, so Müller, „das fasnachtlicheBrauchtum bereits in die Wiege gelegt“.

Nach langjähriger Tätigkeit als Vizepräsident des Gardecorps Rot-Weiß Speyer übernahm der Mitbegründer des „jungen“ Speyerer Karnevalvereins das Präsidentenamt, das er bis heute inne hat. Die Narren vom Karnevalclub Otterstadt (KCO) dürfen sich ebenfalls über einen neuen „Goldorden“ in ihrer Mitte freuen. Auf Müllers Liste stand im 33. Jubiläumsjahr des Vereins die mittlerweile in Köln lebende Anette Clerget, Gründungsmitglied und langjährige Gardeministerin der Otterstadter Narren. Auch als Kassiererin und Trainerin mehrerer Garden hat sich Anette Clerget, die am Freitag nicht teilnehmen konnte, um den KCO verdient gemacht.

Müller, der nach einer kurzen Begrüßung von Waldsees Beigeordnetem Rudi Fuchs, „Uno“-Vize Rüdiger Keller und Jürgen Lesmeister, Präsident der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine, durch die Veranstaltung führte, hatte mit den Verantwortlichen vom KV „Uno“ für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm gesorgt. Die „Waldsemer Gasserassler“ sorgten mit mitreißenden Rhythmen für den furiosen Abschluss eines Galaabends, den „Uno“-Tanzmariechen Nathalie Kessler mit einer „Spitzen-Vorführung“ eröffnet hatte. Gardetanz der Superlative hatte Müller ebenfalls im Gepäck: Vom TSV Landau war Pia Knöller mit einem Solotanz und das Tanzpaar Lena Kern und Kai Lenz angereist. Von den genannten Erfolgen der Landauer, unter anderem kann Pia Knöller den Titel „Deutsche Meisterin“ für sich verbuchen, war das Publikum ebenso angetan wie von den akrobatischen Tanzdarbietungen. Als Überraschung betrat auch die Schautanzgruppe der KG Farweschlucker aus Ludwigshafen die Bühne und rundete das Rahmenprogramm mit einer Darbietung rund um das Thema „Tarzan und Jane“ ab.

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